Winterthur ist mit 120'376 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) die sechstgrösste Stadt der Schweiz und die zweitgrösste des Kantons Zürich. Wer den Namen nur aus der Wetterprognose kennt, verpasst einiges: eine Altstadt, die vollständig autofrei ist, ein Fabrikareal, auf dem gerade ein neuer Stadtteil wächst, vier Livemusik-Clubs, die sich seit über zwanzig Jahren die Bühnen teilen, und ein Hochhaus, das zwischen 1966 und 1978 das höchste der Schweiz war. Diese Seite zeigt, was in Winterthur tatsächlich passiert, mit Adressen, Preisen und Öffnungszeiten.
Ankommen: Bahnhof, Busbahnhof, Velostadt
Der Bahnhof Winterthur ist nach Zürich HB, Bern, Genf, Luzern und Basel SBB mit rund 121'000 Bahnreisenden pro Tag der Bahnhof mit der schweizweit sechsthöchsten Benutzerfrequenz. Vom Bahnhof aus erreicht man den Flughafen Zürich in Kloten mit dem Zug in 13 bis 17 Minuten. Der angeschlossene Busbahnhof ist der grösste des Kantons Zürich und nach Sion, Luzern und Bern einer der grössten der Schweiz; von hier verkehren acht Nachtbuslinien in den Nächten auf Samstag und Sonntag. Wer mit dem Velo unterwegs ist, findet 175 Kilometer Radwege im Stadtgebiet; 2005 erhielt Winterthur dafür den Prix Velo. Die Altstadt selbst ist die grösste zusammenhängende Fussgängerzone der Schweiz.
Die Altstadt: Steinberggasse, Neumarkt und zwei Wochenmärkte
Dienstags und freitags, jeweils von 6 bis 11 Uhr, verwandeln sich Steinberggasse und Metzggasse in den Wochenmarkt: Gemüse, Vollkornbrot, Käse, Fisch, Blumen und Kräuter direkt von den Produzentinnen und Produzenten. Von Mitte März bis Ende November kommt samstags von 9 bis 14 Uhr der Samstagsmarkt beim Obertor dazu. Im Dezember übernimmt der Neumarkt: Der Weihnachtsmarkt in der autofreien Altstadt läuft 2026 zum 29. Mal, vom 26. November bis zum 23. Dezember, täglich ab 11 Uhr bis in die Abendstunden, mit täglich wechselndem Rahmenprogramm und kostenlosem Chlauseinzug.
Von der Kyburger Stadt zur Industriemetropole
Winterthur erhielt sein Stadtrecht am 22. Juni 1264 von Rudolf von Habsburg, nachdem die Grafen von Kyburg als eigentliche Stadtgründer ausgestorben waren; das Kyburger Wappen mit den zwei roten Löwen ist bis heute das Stadtwappen. Im 19. Jahrhundert wuchs Winterthur mit Unternehmen wie Sulzer, der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) und Rieter innerhalb weniger Jahrzehnte von 3'000 auf 20'000 Einwohner. 1922 wurden die fünf bis dahin selbstständigen Gemeinden Töss, Wülflingen, Veltheim, Seen und Oberwinterthur eingemeindet, die Bevölkerung stieg auf über 50'000. Das 1966 fertiggestellte Sulzer-Hochhaus war bis 1978 mit 92,4 Metern das höchste Hochhaus der Schweiz; nach einer Aufstockung 2007 misst es 99,7 Meter und prägt zusammen mit dem 1999 gebauten Roten Turm die Skyline bis heute.
Museumsstadt: Technorama, Kunst Museum und mehr
Winterthur gilt seit den grossen privaten Kunstsammlungen des frühen 20. Jahrhunderts als Museumsstadt und zählt 16 Häuser. Am meisten Publikum zieht das Technorama an der Technoramastrasse 1: Auf mehreren hundert Experimentierstationen zwischen Mechanik, Strom und Optik lässt sich Naturwissenschaft anfassen, ergänzt durch einen Aussenpark mit der 130 Meter langen Wunderbrücke, der von April bis Oktober geöffnet ist. Das Science Center hat täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 34 Franken für Erwachsene und 21 Franken für Kinder von 6 bis 15 Jahren, jüngere Kinder zahlen nichts. Für mehrere Häuser an einem Tag oder Wochenende gibt es einen Museumspass, der auch das Kunst Museum Winterthur mit seinen drei Standorten Reinhart am Stadtgarten, Beim Stadthaus und Villa Flora sowie das Fotomuseum Winterthur mit der Fotostiftung Schweiz einschliesst.
Wald, Wild und Wasser: Eschenberg und Töss
40,6 Prozent der Stadtfläche sind Wald, der höchste Waldanteil aller Schweizer Städte. Den grössten Teil davon bildet der Eschenberg südlich der Altstadt, auf dessen Lichtungen eine Sternwarte und der Wildpark Bruderhaus liegen. Der 1890 gegründete Wildpark zeigt einheimische und ehemals einheimische Wildtiere wie Wölfe, Luchse, Mufflons und Wildschweine auf sechs Hektaren, der Eintritt ist frei und der Park rund um die Uhr geöffnet; die Anreise empfiehlt die Stadt zu Fuss, mit dem Velo oder mit Buslinie 4 bis Haltestelle Breite und von dort 30 Minuten zu Fuss durch den Wald. Zum Baden zieht es viele an die Töss: Im Wülflinger Hard, wo 1802 mit der Spinnerei Hard die erste mechanische Fabrik der Schweiz stand, bildet der Fluss im Sandstein-Molassegrund kleine Wasserfälle, die im Volksmund Affenschlucht heissen und zum Planschen, Schwimmen und Wasserspringen genutzt werden. Einen direkten, gestalteten Wasserzugang zur Eulach bietet ausserdem der Eulachpark im Quartier Neuhegi.
Musik seit 1629 und vier Clubs, die sich die Bühne teilen
Das 1629 gegründete Musikkollegium Winterthur ist die älteste musikalische Organisation der Stadt und veranstaltet bis heute 50 bis 60 Konzerte pro Jahr. Für Livemusik am Abend sorgen vier Clubs, die sich 2004 im Verein OnThur zusammengeschlossen haben: das Albani an der Steinberggasse, seit 1988 in Betrieb und mit eigenem, neun Zimmer grossem Hotel, bekannt für Indierock, Hip-Hop und Blues; das Gaswerk in Töss mit Konzertsaal, Ateliers und dem Programmkino Nische; das Kraftfeld im Gebäude 161 auf dem ehemaligen Sulzerareal, seit 1996 in Betrieb und mit einer Selbstverpflichtung zu mindestens 120 Konzerten pro Jahr; und das Salzhaus beim Hauptbahnhof mit Schwerpunkt auf Acid Jazz, Funk und Partys. Für alle, die es sitzend und mit Pointen mögen, gibt es seit 2002 das Casinotheater an der Stadthausstrasse: rund 250 Vorstellungen pro Jahr zwischen Comedy, Kabarett, Poetry Slam und Musik, dazu das hauseigene Restaurant Fredi.
Fussball auf der Schützenwiese
Der FC Winterthur wurde 1896 von Studenten der örtlichen Ingenieurschule gegründet und spielt seither auf der Schützenwiese im Stadtkreis Deutweg. Das Stadion bietet offiziell 8'700 Plätze, davon rund 1'100 überdachte und 800 unüberdachte Sitzplätze sowie 3'100 überdachte und 3'600 unüberdachte Stehplätze. Nach dem Wiederaufstieg 2022 spielte der Club vier Saisons in der Super League und stieg nach der Saison 2025/26 als Tabellenletzter wieder in die Challenge League ab.
Vom Sulzerareal zur Lokstadt
Wo bis in die 1980er-Jahre Lokomotiven und Maschinen gebaut wurden, entsteht seit 2017 unter dem Namen Lokstadt der jüngste Teil des ehemaligen Sulzerareals. Bis zu 1'500 Personen sollen hier am Ende wohnen und arbeiten, rund 750 Wohnungen sind geplant, 30 Prozent davon preisgünstig. Herzstück ist der 2021 eröffnete Dialogplatz mit über 6'000 Quadratmetern und 150 Bäumen; die Erdgeschosse rund um den Platz sind für Läden, Restaurants und weitere publikumsorientierte Nutzungen reserviert, das Gebiet bleibt weitgehend autofrei. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt der Lagerplatz, der belebteste Teil des älteren Sulzerareals: In den ehemaligen Werkhallen haben sich Handwerksbetriebe, Kunstschaffende und die Architekturabteilung der ZHAW eingerichtet, dazwischen liegt das Kraftfeld mit seinem Bistro Portier.
Der Festkalender: Wochenmarkt, Albanifest, Weihnachtsmarkt
Das grösste Fest des Jahres ist das Albanifest, das an die Verleihung des Stadtrechts vom 22. Juni 1264 erinnert und seit 1971 jeweils am letzten Juni-Wochenende die Altstadt für drei Tage in eine Chilbi verwandelt, mit über 70 teilnehmenden Vereinen, Festwirtschaften und einer grossen Chilbi mit Riesenrad; die nächste Ausgabe findet vom 25. bis 27. Juni 2027 statt. Wochentags gehört die Steinberggasse den Marktfahrenden, an Adventssonntagen dem Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt, der die Altstadt bis kurz vor Weihnachten mit Buden und Beleuchtung füllt.
Häufige Fragen
Wann ist der Wochenmarkt in Winterthur?
Dienstags und freitags von 6 bis 11 Uhr in der Steinberggasse und der Metzggasse in der Altstadt. Von Mitte März bis Ende November kommt samstags von 9 bis 14 Uhr der Samstagsmarkt beim Obertor dazu. Quelle: Stadt Winterthur
Was kostet der Eintritt ins Technorama?
34 Franken für Erwachsene, 21 Franken für Kinder von 6 bis 15 Jahren, Kinder bis 5 Jahre zahlen nichts. Geöffnet ist täglich von 10 bis 17 Uhr. Quelle: Technorama
Ist der Eintritt in den Wildpark Bruderhaus kostenlos?
Ja. Der Wildpark ist rund um die Uhr zugänglich und der Eintritt ist frei. Quelle: Stadt Winterthur
Wann findet das Albanifest statt?
Traditionell am letzten Juni-Wochenende. Die nächste Ausgabe ist vom 25. bis 27. Juni 2027. Quelle: Wikipedia
Wo spielt der FC Winterthur?
Im Stadion Schützenwiese im Stadtkreis Deutweg, mit offiziell 8'700 Plätzen. Quelle: Wikipedia
Wie lange dauert die Zugfahrt vom Bahnhof Winterthur zum Flughafen Zürich?
13 bis 17 Minuten. Quelle: Wikipedia
Wo kann man in Winterthur draussen baden?
Im Wülflinger Hard an der Töss, an der Stelle, die im Volksmund Affenschlucht heisst, bildet der Fluss kleine Wasserfälle zum Planschen, Schwimmen und Wasserspringen. Quelle: Wikipedia



