Zürich liegt dort, wo die Limmat den Zürichsee verlässt, mit 436'551 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) die grösste Stadt der Schweiz und trotzdem nicht die Hauptstadt, das ist Bern. Aus der römischen Zollstation Turicum wurde im Mittelalter eine freie Reichsstadt, seit 1351 gehört Zürich zur Eidgenossenschaft. Wer heute ankommt, findet eine Stadt, die tagsüber über Zinssätze spricht und abends in der Limmat schwimmt: Zürich zählt neben Bern und Basel zu den Städten mit der weltweit höchsten Lebensqualität, bei ebenso hohen Lebenshaltungskosten. Dieser Text startet bei den Badis, Märkten, Museen und Terminen, die den Kalender der Stadt tatsächlich prägen.

Einwohner
436'551 (31. Dezember 2024)
Fläche
91,88 km² (davon 3,95 km² Zürichsee)
Kanton
Zürich (ZH)
Höhe
408 m ü. M. (Hauptbahnhof), höchster Punkt Uetliberg 871 m
Gegründet
Römische Zollstation Turicum; ab 1262 freie Reichsstadt; 1351 Beitritt zur Eidgenossenschaft
Sprache
Deutsch (Alltag: Zürichdeutsch)
Postleitzahl
8000–8099

Von Turicum zur Weltstadt

Die Wurzeln der Stadt liegen an der Limmat, wo die Römer die Zollstation Turicum betrieben. Im Mittelalter wuchs daraus eine Stadt, die 1262 den Status einer freien Reichsstadt erhielt und 1351 der Eidgenossenschaft beitrat. Am Grossmünster begann 1519 mit der Wahl Huldrych Zwinglis zum Leutpriester die Zürcher Reformation: Er predigte gegen Ablasshandel, Heiligenverehrung und das Söldnerwesen und legte damit den Grund für die reformierte Kirche der Stadt. Trotz vergleichsweise geringer Einwohnerzahl zählt Zürich heute zu den Weltstädten und gilt als das wichtigste Zentrum der Schweizer Medien- und Kreativbranche.

Zürich zur Zeit der römischen Besiedlung von Johann Balthasar Bullinger, 1773
Zürich auf einer Radierung von Frans Hogenberg 1581
Zwingli auf einem Porträt von Hans Asper, 1549

Anreise und erste Orientierung

Der Hauptbahnhof, von den Einheimischen kurz HB genannt, zählt rund 3'000 Zugfahrten pro Tag auf 26 Gleisen und gilt als der meistfrequentierte Bahnhof der Schweiz. Vom Flughafen Zürich fährt der Zug in rund 15 Minuten direkt zum HB, mehrmals pro Stunde. Vom Bahnhofplatz aus führt die Bahnhofstrasse schnurgerade zum Zürichsee, gesäumt von Bankhäusern und Geschäften; wer sich orientieren will, findet hier den Ausgangspunkt für Altstadt, See und Trams in alle Stadtteile.

Am Wasser: Limmat und Zürichsee

Zürich ist eine Stadt am Wasser, und im Sommer sieht man das an jeder Brücke. Das Flussbad Oberer Letten bietet einen 400 Meter langen Schwimmkanal in der Limmat mit zwei Meter hohem Sprungturm, dazu Beachvolleyballfelder und eine Boule-Anlage auf der gegenüberliegenden Uferseite; der Eintritt ist gratis. Wer es ruhiger mag, badet am linken Seeufer im Seebad Enge, das im Winter zur Sauna wird, oder etwas weiter am Seebad Mythenquai mit seinem 250 Meter langen Sandstrand, dem einzigen seiner Art in der Stadt und Standort einer Aussenfiliale des vegetarischen Restaurants Hiltl. Die Stadt veröffentlicht Wassertemperatur und Auslastung der Sommerbäder tagesaktuell auf ihrer Website.

Der Schwimmkanal des Flussbads Oberer Letten ist 400 Meter lang, der Eintritt ist gratis.Foto: Myriam Thyes (Quelle, CC BY-SA 3.0, bearbeitet)

Altstadt und die zwei Münster

Am rechten Limmatufer stehen die markanten Doppeltürme des Grossmünsters, romanisch erbaut zwischen 1100 und 1220. Seit Januar 2025 ist die Kirche für eine mehrjährige Sanierung teilweise eingerüstet, bleibt aber durchgehend geöffnet; der Eintritt in die Kirche ist gratis, der Aufstieg über 187 Stufen auf den Karlsturm kostet CHF 5 für Erwachsene, CHF 2 für Jugendliche und Studierende. Gegenüber am linken Ufer liegt das Fraumünster mit den fünf Chorfenstern, die Marc Chagall in den 1970er-Jahren schuf, dazu einer Fensterrosette im Querschiff und den älteren Nordfenstern von Augusto Giacometti; der Eintritt kostet CHF 5, geöffnet ist von März bis Oktober montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr. Ein Kombiticket für beide Kirchtürme kostet CHF 8 statt CHF 10.

Museen: von Landesgeschichte bis Munch

Das Landesmuseum Zürich direkt beim Hauptbahnhof ist das meistbesuchte kulturhistorische Museum der Schweiz, untergebracht in einem historistischen Altbau von 1898 mit einem 2016 fertiggestellten Erweiterungsbau. Es zeigt sechs Dauerausstellungen und rund acht Wechselausstellungen pro Jahr, geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, donnerstags bis 19 Uhr; der Eintritt kostet CHF 13, ermässigt CHF 10, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre kommen gratis hinein. Das Kunsthaus Zürich am Heimplatz zeigt die grösste Munch-Sammlung ausserhalb Norwegens sowie Werke von Picasso, van Gogh und Alberto Giacometti, seit 2021 ergänzt durch den lichtdurchfluteten Erweiterungsbau des Architekten David Chipperfield. Geöffnet ist dienstags, mittwochs und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr, montags bleibt das Haus geschlossen; der Eintritt in die Sammlung kostet CHF 24, ermässigt CHF 17, donnerstagabends zwischen 18 und 20 Uhr zahlen Studierende nur CHF 10.

Seit 2021 ergänzt der Bau von David Chipperfield das Kunsthaus Zürich am Heimplatz.Foto: Kunsthaus Zürich MarKom (Quelle, CC BY-SA 4.0, bearbeitet)

Märkte und Läden mit Charakter

Samstags verwandelt sich die Stadthausanlage am Bürkliplatz von Mai bis Oktober in Zürichs grössten und bekanntesten Flohmarkt: über 230 Stände mit Antiquitäten, Vintage-Kleidung, Büchern und Schallplatten, geöffnet von 7 bis 17 Uhr, der Eintritt ist gratis. In der Altstadt lädt von März bis November jeden Samstag der Rosenhof-Markt im Niederdorf zu einem ruhigeren, unkonventionelleren Markt in einem der Innenhöfe, jeweils von 10 bis 18 Uhr. Wer lieber shoppen geht, findet unter den 36 Bögen des 1894 erbauten Eisenbahnviadukts in Zürich-West, Im Viadukt genannt, auf 500 Metern Delikatessenläden, Ateliers und Modelabels; das Herzstück ist die Markthalle, in der rund 20 regionale Anbieter Montag bis Samstag von 9 bis 20 Uhr Lebensmittel verkaufen.

Im Viadukt verkaufen rund 20 regionale Anbieter Montag bis Samstag ihre Ware.Foto: JoachimKohler-HB (Quelle, CC BY-SA 4.0, bearbeitet)

Auf den Hausberg: der Uetliberg

Zürichs Hausberg heisst Uetliberg, 871 Meter hoch und mit der S10 ab Gleis 21/22 im Hauptbahnhof in rund 20 Minuten erreichbar; die Bahn fährt unter der Woche halbstündlich, zu Stosszeiten alle 10 Minuten. Von der 72 Meter hohen Aussichtsplattform beim Hotel Uto Kulm reicht der Blick bei klarer Sicht bis zu den Alpen, der Turmeintritt kostet CHF 2. Der Planetenweg führt in rund zwei Stunden über den Grat zur Felsenegg und bildet dabei das Sonnensystem im Massstab nach, kinderwagentauglich, mit Panorama-Restaurant am Ziel und Gondelbahn hinunter nach Adliswil. Wegen Bauarbeiten am Tiefbahnhof ist die Strecke Zürich HB–Selnau vom 29. April bis zum 18. Oktober 2026 gesperrt, die S10 fährt in dieser Zeit nur bis Selnau, SBB und ZVV empfehlen für die letzte Etappe Tram oder Bus.

Für Familien: der Zoo auf dem Zürichberg

Auf dem Zürichberg liegt der Zoo Zürich mit rund 360 Tierarten, vom Kaeng-Krachan-Elefantenpark über die Lewa-Savanne mit Breitmaulnashörnern und Giraffen bis zum Masoala-Regenwald mit Geckos, Papageien und Schildkröten. Von März bis Oktober ist der Zoo täglich von 9 bis 18 Uhr offen, der Masoala Regenwald von 10 bis 18 Uhr; der Erwachseneneintritt (ab 18 Jahren) kostet CHF 31 im Online-Ticketshop, Kinder bis 6 Jahre kommen gratis hinein. Eine interaktive App zeigt den Zooplan sowie tagesaktuelle Fütterungszeiten und Tierpräsentationen. Wer die Erlebnispfade im Regenwald abseits der Hauptwege betreten will, braucht eine Führung; jeden Samstagvormittag bietet das Freiwilligenteam des Zoos dafür kostenlose Rundgänge an.

Elefant im Freigehege des Zoo Zürich.Foto: JoachimKohler-HB (Quelle, CC BY-SA 4.0, bearbeitet)

Nach Einbruch der Dunkelheit

Nach Sonnenuntergang verschiebt sich das Zentrum der Stadt. Die Langstrasse verbindet die Stadtkreise 4 und 5 und gilt als eigentliche Partymeile: Nirgendwo sonst in Zürich treffen so viele unterschiedliche Menschen und Milieus aufeinander, das Angebot reicht von der Bar für ein Feierabendbier bis zum Kellerclub. Im Viadukt in Zürich-West setzt der Bogen F, eine Cafébar mit Kultur- und Clubatmosphäre in einem der historischen Viaduktbögen, den Kontrapunkt zu den Delikatessenläden bei Tag. Wer die Gassen der Altstadt bei Nacht erleben will, findet im Niederdorf ruhigere Adressen mit Innenhof-Terrassen.

Feste im Jahreslauf

Grossmünster und Fraumünster prägen zusammen mit St. Peter die Silhouette der Altstadt.Foto: Thomas Wolf (Quelle, CC BY-SA 3.0, bearbeitet)
Von der Aussichtsplattform beim Uto Kulm reicht der Blick bei klarer Sicht bis zu den Alpen.Foto: Paebi (Quelle, CC BY-SA 4.0, bearbeitet)
Um 18 Uhr wird der Böögg beim Sechseläuten auf dem Sechseläutenplatz verbrannt.Foto: Paradise Chronicle (Quelle, CC BY-SA 4.0, bearbeitet)

Häufige Fragen

Ist Zürich die Hauptstadt der Schweiz?

Nein. Zürich ist die grösste Stadt der Schweiz, Hauptstadt ist jedoch Bern, das seit 1848 Regierungssitz ist.

Wie komme ich vom Flughafen Zürich in die Innenstadt?

Der Zug bringt Reisende in rund 15 Minuten vom Flughafen zum Hauptbahnhof, mehrmals pro Stunde. Mehr dazu.

Wo kann man in Zürich im Sommer baden?

Kostenlos und mitten in der Stadt geht das im Flussbad Oberer Letten in der Limmat. Am Zürichsee liegen zusätzlich das Seebad Enge und das Seebad Mythenquai mit Sandstrand.

Was kostet der Eintritt ins Landesmuseum Zürich?

CHF 13 für Erwachsene, CHF 10 ermässigt, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre kommen gratis hinein.

Wann ist Flohmarkt in Zürich?

Der Flohmarkt Bürkliplatz findet von Mai bis Oktober samstags von 7 bis 17 Uhr statt, der Rosenhof-Markt im Niederdorf von März bis November samstags von 10 bis 18 Uhr.

Wann wird der Böögg beim Sechseläuten verbrannt?

2026 findet das Sechseläuten am Montag, 20. April statt, die Verbrennung des Bööggs auf dem Sechseläutenplatz beginnt um 18 Uhr.

Wie hoch ist der Uetliberg und wie kommt man hin?

Der Uetliberg ist 871 Meter hoch und mit der S10 ab Hauptbahnhof in rund 20 Minuten erreichbar. Wegen Bauarbeiten fährt die Bahn bis 18. Oktober 2026 nur bis Selnau.

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